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Rettung in letzter Minute

Heute gibt es nur noch einen komplett original erhaltenen Auto Union Silberpfeil. Dieser Bergrennwagen Typ C/D entging 1976 nur knapp der Verschrottung in Russland.

 Der Auto Union Rennwagen in seiner ersten Ausführung trug die Bezeichnung Typ A.
Der Auto Union Rennwagen in seiner ersten Ausführung trug die Bezeichnung Typ A.
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Ursprünglich waren es die Wanderer-Werke in Chemnitz, die Ferdinand Porsche Ende 1931 den Auftrag erteilten, einen Grand-Prix Rennwagen zu entwickeln. Als ein halbes Jahr später die Automobilabteilung der Wanderer-Werke als vierter Ring zusammen mit Audi, DKW und Horch in der neu gegründeten Auto Union aufging, wurden die Verträge von dem neuen Konzern übernommen. Der silberfarbene Rennwagen mit Leichtmetallkarosserie und einem hinter dem Fahrer in Mittelmotoranordnung platzierten 16-Zylinder-Kompressormotor eignete sich als Prestigeobjekt bestens dafür, den Konzernnamen Auto Union weltweit bekannt zu machen.

 

der erste Auto Union Silberpfeil geht auf Tour

Im Januar 1934 wird der Auto Union Rennwagen in seiner ersten Ausführung (Typ A) auf der Rennstrecke Avus in Berlin erstmals auf die Straße gelassen. Zwei Monate später gelingen mit dem Typ A die ersten Geschwindigkeitsrekorde. Legendär werden die Rennschlachten zwischen den Daimler-Benz und den Auto Union Silberpfeilen. Sie bilden im internationalen Renngeschehen der 1930er Jahre das Maß aller Dinge.

Fahrer wie Hans Stuck, Bernd Rosemeyer oder Achille Varzi sind die Helden auf der Rennstrecke. Ohne Helme, Sicherheitsgurte oder Überrollbügel fahren sie die in der letzten Version 520 PS starken 16-Zylinder-Rennwagen auf der Betonpiste des Nürburgrings. Nach mehr als 500 Kilometern sind Handschuhe und Handflächen am Ende des Rennens durchgescheuert. Geschwindigkeiten von bis zu 300 km/h sind auf den langen Geraden der Berliner Avus möglich.

Als das Grand-Prix-Reglement ab 1938 nur noch Kompressormotoren mit bis zu drei Liter Hubraum erlaubt, entwickelt das Unternehmen den Typ D mit Zwölfzylinder-Motor. Da das neue Reglement aber nicht für Bergrennen gilt, entsteht 1939 parallel ein neuer Bergrennwagen. Dieser kombiniert das Fahrgestell des Typ D mit dem 16-Zylinder-Motor des alten Typ C. Auf den Bergrennstrecken gelten andere Voraussetzungen als bei den Grand-Prix-Rennen.

Dieser Bergrennwagen Typ C/D wurde 1976 in den Moskauer ZIS/ZIL Automobilwerken gefunden.

 

Schwere Zeiten

Nach Ende des Zweiten Weltkrieges brechen auch für die Silberpfeile schwere Zeiten an. Zwickau wird von der sowjetischen Armee besetzt, die Auto Union aufgelöst, die Fabriken stillgelegt. Die russischen Besatzer finden die Auto Union Silberpfeile in einer oberirdischen Halle eines Bergwerks. Sie werden als Reparationsgut in die Sowjetunion abtransportiert, wo sich ihre Spuren schließlich verlieren.

Der erste Silberpfeil taucht schließlich im Riga Motor-Museum wieder auf. Es ist einer der Bergrennwagen von 1939. Dass er es bis dahin geschafft hat, ist unglaublich: Der Präsident des Oldtimer-Clubs in Riga stößt 1976 per Zufall in den Moskauer ZIS/ZIL Automobilwerken auf den Bergrennwagen Typ C/D. Im Zuge einer jährlichen Aufräumaktion soll der legendäre Silberpfeil verschrottet werden.

Die Rettung des ersten Silberpfeils

Der baltische Clubpräsident erkennt den Wert des Fahrzeugs und beginnt Überzeugungsarbeit zu leisten. Für wenige Rubel übernimmt er den nicht fahrtüchtigen und teilzerlegten Rennwagen, hat aber keine Möglichkeit des Abtransports. Da kommt ihm der Zufall zu Hilfe. Er spricht einen LKW-Fahrer an, der vor dem ZIS/ZIL-Werksgelände parkt. Der ist auf der Rückfahrt nach Riga und hat keine Ware geladen. Der Silberpfeil ist gerettet und landet nach Restaurationsarbeiten im Motor-Museum in Riga.

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