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Ricky Hudi zur CES Asia 2015

Die Consumer Electronics Show (CES) ist fester Bestandteil im Kalender der Vier Ringe - jetzt geht die wichtigste Elektronik-Messe nach Asien. Im Audi Blog spricht Ricky Hudi, Leiter Entwicklung Elektrik/Elektronik der AUDI AG, über die neuesten Trends.

 Ricky Hudi, Leiter Entwicklung Elektrik/Elektronik bei Audi, im Gespräch mit Autor Marlon Matthäus.
Ricky Hudi, Leiter Entwicklung Elektrik/Elektronik bei Audi, im Gespräch mit Autor Marlon Matthäus.
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Herr Hudi, in wenigen Tagen beginnt in Shanghai die erste International Consumer Electronics Show (CES) Asia. Welche Rolle spielt die weltweit wichtigste Elektronikmesse für Audi?

Um Innovationen und neue Technologien der digitalen Welt vorzustellen ist die CES die perfekte Plattform, das haben mittlerweile alle bedeutenden Automobilunternehmen verstanden. Wir waren 2011 der erste Premiumhersteller überhaupt, der auf die CES in Las Vegas gegangen ist und haben seitdem jedes Mal echte Highlights gesetzt. Sei es im Bereich Connectivity, beim Infotainment, beim Bedienkonzept, der Lichttechnologie oder beim Pilotierten Fahren. Das alles sind Megatrends unserer Zeit.

90 Prozent aller Innovationen finden heute in den Bereichen Elektrik, Elektronik und IT statt. Laufen Computermessen den klassischen Automobilmessen den Rang ab?

Nein. Die großen Fahrzeugmessen haben ihre Bedeutung und werden auch in Zukunft wichtig sein. Wenn es darum geht, neue Modelle und Konzepte zu präsentieren, dann sind sie die richtige Bühne. Aber es stimmt, Entwicklungen in der Halbleitertechnologie sind die Voraussetzung für viele neue Funktionen. Auf klassischen Messen haben wir keine Chance, uns mit den neuen Trends intensiver zu beschäftigen. Auf Veranstaltungen wie der CES dagegen schon.

Womit wird Audi am Wochenende in China überraschen?

Zum einen werden wir mit einer Aktion in Shanghai das Pilotierte Fahren im Stau präsentieren. Damit untermauern wir erneut unsere Vorreiterrolle beim Pilotierten Fahren und beweisen den Vorsprung bei der Umsetzung in die Serie. Natürlich zeigen wir auch spezielle Audi connect-Dienste für die asiatischen Märkte, zum Beispiel als Ergebnis der Kooperation mit Baidu, des größten Suchmaschinenbetreibers in Asien. Außerdem haben wir das Audi tablet aus dem neuen Audi Q7 weiterentwickelt, die Nutzer können es auf der Messe und in Zukunft mit Gesten steuern. Das wird mit Sicherheit ein weiteres Highlight sein.

Stichwort asiatische Märkte: Haben die Kunden dort andere Ansprüche an Technik und Technologie als westliche Autofahrer?

Unsere Kunden in Asien sind generell etwas jünger und sehr aufgeschlossen für neue Technologien. Gleichzeitig sind Standards für Navigation und Telekommunikation unterschiedlich, denken Sie zum Beispiel an die Bedienung des Audi MMI mittels Schriftzeichenerkennung. Aus diesem Grund haben wir seit vielen Jahren eine eigene Technische Entwicklung in Beijing. Unsere Aufgabe ist es, Trends und Entwicklungen vor Ort aufzuspüren und in unser Angebot zu integrieren. Dabei sind Asien-spezifische Kooperationen mit starken Partnern wie Baidu oder Huawei sehr wichtig.

Auf der CES zeigt die Technik-Industrie einen ganzen Strauß an Innovationen. Die Entwicklungszyklen der Produkte sind sehr kurz. Wie kann Audi als etablierter Automobilhersteller hier mithalten?

Es war für uns richtungsweisend, dass wir den Modularen Infotainment Baukasten (MIB) entwickelt haben. Im Bereich der Hard- und Software können wir mit den schnellen Zyklen der Consumer Industrie mithalten. So hatten wir Ende 2012 / Anfang 2013 den MIB1 im Audi A3 verbaut und nur eineinhalb Jahre später kam mit dem virtual cockpit im neuen Audi TT der MIB2 zum Einsatz. Im neuen Q7 sorgt dieser für die reibungslose Integration des Audi tablets.

Ricky Hudi zur CES Asia 2015

Ricky Hudi zur CES Asia 2015.

 

Sie haben vorhin schon kurz das Pilotierte Fahren angesprochen. Können Sie uns verraten, wie die aktuellen Entwicklungen bei den Vier Ringen aussehen?

Wir sind seit vielen Jahren die treibende Kraft beim Pilotierten Fahren. In Hockenheim haben wir letztes Jahr bewiesen, dass wir fahrerlos am Limit unterwegs sein können und erst Anfang des Jahres haben wir die Langstreckentauglichkeit unserer Technologie mit einer Fahrt vom Silicon Valley nach Las Vegas unter Beweis gestellt. All diese Aktionen dienen dazu, den Input für die Serienentwicklung zu liefern. Das Pilotierte Fahren im dichten Verkehr von Shanghai ist das beste Beispiel für den Einsatz der Technologie. Es zeigt, wie wir uns eine Mobilitätslösung für die Kunden in Megacities vorstellen.

Schon heute ist das Auto mit dem Fahrer vernetzt. Was ist Ihre Vision der Interaktion zwischen Mensch und Maschine?

Das Auto wird sich immer weiter nahtlos mit der Umwelt, mit anderen Autos und mit dem Fahrer verbinden. Wearables werden in Zukunft an Bedeutung gewinnen, ich denke dabei zum Beispiel an intelligente Uhren. Auch der Zugang zum Fahrzeug wird anders, wir arbeiten am Audi mobile key. Mit Ihrem Smartphone öffnen Sie dann ganz einfach das Auto und wenn Sie mal einen Freund fahren lassen wollen, dann schicken Sie ihm den mobile key auf sein Telefon. Ein weiteres Thema sind Schwarmdaten. Unsere Fahrzeuge sind Super-Sensoren, sie geben Auskunft über Temperatur, die Beschaffenheit der Strecke und der Geschwindigkeit mit der sie unterwegs sind. Schaffen wir es, diese Informationen zu vernetzen und zum Beispiel für hochauflösende Karten zu verwenden, dann werden unsere Autos noch effizienter. Das Fahrzeug lernt mit jedem Kilometer, mit jeder Stunde und mit jeder Situation mehr und mehr dazu – es wird immer intelligenter.

Audi eröffnet am Sonntag, 24. Mai 2015, mit der Keynote die erste International Consumer Electronics Show (CES) Asia. Wir übertragen die Keynote ab 11.oo Uhr live auf der Facebook-Seite der AUDI AG und auf www.audimedia.tv

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