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Rupert Stadler gibt Studenten strategische Einblicke

Wie entsteht eine Strategie und warum braucht ein Unternehmen wie Audi sowas überhaupt? Rupert Stadler gab in einer Vorlesung an der TU München Studenten Einblicke in seine Arbeit als Vorstandschef des Automobilbauers.

 Stadler lieferte viele Beispiele aus der Unternehmenspraxis
Stadler lieferte viele Beispiele aus der Unternehmenspraxis
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Vision, Mission und Zielsetzung der Audi-Strategie 2020, Marktstrategien in der globalen Autoindustrie und die Zukunft der Mobilität standen am Mittwoch im Mittelpunkt der Vorlesung von Rupert Stadler an der Technischen Universität (TU) München. Unter dem Motto „Strategie im globalen Wettbewerbsumfeld“ gab der Audi-Chef den Studenten des Lehrstuhls für Betriebswirtschaftslehre Einblicke in die die Strategieplanung.

„Es ist bestimmt eine Bereicherung für Studenten, O-Töne aus der Wirtschaft zu hören“, erklärt Stadler den Grund für seine Univorlesung und ergänzt: „Von solch einer Weitergabe von Wissen haben am Ende beide Seiten etwas.“ Deshalb ist die TU bereits seit 2003 Partner von Audi und umgekehrt.

In der ersten Vorlesung des Betriebswirts Stadler in München ging es vorrangig um Strategie, aber auch um Beispiele aus der Unternehmenspraxis. Hier hat der Audi-Chef auch zahlreiche Einblicke in seine berufliche Karriere gegeben, beispielsweise in die Zeit als Werkstudent bei Siemens Fujitsu in Augsburg. Die Technik von damals sei längst überholt – heute finden sich digitale Trends selbst im Auto wieder.

Rupert Stadler TU München

Der Hörsaal im Hauptgebäude der TU war bis auf den letzten Platz gefüllt

Audi connect heißt die Wunderwelt der Infotainment- und Entertainment-Funktionen im modernen Fahrzeug – und vieles davon sei für die junge Zielgruppe im Vorlesungssaal eine Selbstverständlichkeit. Stadler erzählt eine Anekdote aus dem jüngsten Familienurlaub, als seine Kinder vom Rücksitz aus über den WLAN-Hotspot und per Bluetooth das Musikprogramm im Familienauto bestimmten. „Das Auto ist unser größtes Mobile Device“, so Stadler. Für Audi ist es deshalb mittlerweile ganz normal, diese Angebote auch auf Hightechmessen vorzustellen, wie gerade auf der CES in Las Vegas.

Aber zurück zur Strategie: Warum braucht ein Unternehmen sie und wie entsteht sie? Wie ehrgeizig muss sie sein? Und warum scheitern viele Strategien und damit ganze Unternehmen? Diese Fragen beantwortete Stadler, untermauert von wissenschaftlichen Ansätzen und Beispielen aus der Praxis. Seine Ratschläge an den Managementnachwuchs: Strategie muss machbar sein, die Mannschaft muss dahinter stehen – und ihre Umsetzung erfordert viel Organisation, Führung und vor allem Disziplin. 80 Prozent der Strategien scheitern, weil sie nicht ordentlich umgesetzt werden, so Stadler.

Als Ausgangsbasis im Strategieprozess sind wichtige Fragen zu beantworten: Was sind die Stärken des Unternehmens, was macht es am Markt einzigartig und was wollen die Kunden? „Sie müssen festlegen, was genau Sie wollen. Nicht Fisch, nicht Fleisch funktioniert nicht.“ Und am Ende zähle ohnehin nur das Ergebnis: „Gemessen werden Sie an der Umsetzungsqualität dessen, was sie versprochen haben und nicht an Hochglanz-Präsentationen“, so der Audi-Chef.

Rupert Stadler TU München

Am Ende gab es viel Applaus für den Audi-Chef

Basis von allem sind Marke und Markenwerte. Bei Audi heißen sie „hochwertig, progressiv und sportlich“. Das Unternehmen ist im Premiumsegment des Automobilmarkts aufgestellt und hat als Vision, bis 2020 die Nummer eins zu sein. „Wir wollen die Kunden maximal begeistern“, beschreibt Rupert Stadler die Mission dahinter und weiß auch: Es gibt keine Garantie für Erfolg. „Das Wohlfühlgefühl von heute definiert nicht den Wohlstand von morgen“, so der Vorstandschef. Eine erfolgreiche Marke dürfe deshalb niemals stillstehen und auch die Konkurrenz nicht aus den Augen lassen.

Außer viel Applaus gab’s für den Audi-Chef im Anschluss an seinen Vortrag zahlreiche Fragen der Studenten: Alternative Antriebe, die Strategie in China, Unternehmen wie Google als mögliche Konkurrenz oder der Umgang mit dem außergewöhnlichen Unternehmenswachstum der vergangenen Jahre waren einige der Themen, die den Nachwuchs interessierten und auf die Stadler ausführlich einging.

Abgerundet wird seine Vorlesung durch einen Besuch der Studenten in Ingolstadt. Ende Januar treffen sie dort auf den Strategiechef für Marken- und Vertriebsentwicklung und den Leiter Fahrzeugkonzepte. Nach einer Werksführung nimmt sich auch Rupert Stadler nochmal Zeit: „Im zweiten Teil meines Vortrags werde ich mit Ihnen erörtern, wie man in einem völlig neuen Markt wie China Marktführer wird und es auch bleibt“, versprach er am Mittwoch. Denn an diesem Wachstumsmarkt – dem mittlerweile größten Einzelmarkt von Audi – komme in der Automobilbranche künftig niemand mehr vorbei.

Weitere Informationen zu den Wissenschaftskooperationen von Audi finden Sie im Internet unter www.audi.de.

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