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Über den Wolken

Am 19. Juli gehen die Audi Sommerkonzerte in die Luft. Mit der spektakulären Aufführung des "Helikopter-Streichquartett" von Karlheinz Stockhausen werden selbst Hubschrauber zum Klingen gebracht. Das Audi Blog war bei den ersten Proben dabei.

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Mit der spektakulären Aufführung des "Helikopter-Streichquartett" von Karlheinz Stockhausen werden selbst Hubschrauber zum Klingen gebracht.
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Ulrich Isfort öffnet seinen Violinenkasten und nimmt das Instrument heraus. Ein prüfender Blick, ein kurzes Zupfen an den Saiten. Für den Musiker des erfolgreichen Minguet Quartett steht eine nicht ganz alltägliche Probe auf dem Programm. Er nickt in die Runde, öffnet die Türe und macht sich auf den Weg. Raus aus dem Gebäude, rauf aufs Flugfeld. Anstatt in den Orchestergraben steigt er in einen blauen Helikopter vom Typ Eurocopter AS 350. Höchstgeschwindigkeit: 287 km/h. Maximale Flughöhe: 7.000 Meter. Das ungewöhnliche Aufeinandertreffen ist die erste Probe für ein ganz besonderes Konzert im Rahmen der Audi Sommerkonzerte 2015.

Am 19. Juli 2015 wird in Ingolstadt das „Helikopter-Streichquartett“ aus der Oper „Mittwoch aus Licht“ inszeniert. Die experimentelle Komposition des Kölner Komponisten Karlheinz Stockhausen gilt als sehr schwierig aufzuführen – nicht nur wegen der technischen Finessen. Neben den Musikern des Minguet Quartetts kommen vier Hubschrauber, vier Piloten, vier Fernsehteams, eine komplizierte Übertragungstechnik, Tontechniker, ein Moderator sowie ein großer Konzertsaal mit vier Bildschirmen und Lautersprecheranlagen zum Einsatz. „Mit Stockhausens Komposition haben wir bei den diesjährigen Audi Sommerkonzerten eine ganz besondere Aufführung im Programm“, freut sich Sebastian Fischer, Projektleiter der Audi Sommerkonzerte.

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Helikopter statt Orchestergraben: Ulrich Isfort bei der ersten Sitzprobe

 

Jeder der vier Musiker wird zu Beginn des Stücks mit einem Helikopter abheben, dabei ist jeweils ein Kameramann sowie ein Tontechniker mit an Bord. Bilder und Töne aus dem Inneren der Hubschrauber werden dann per Funk in den Konzertsaal übertragen und dort live für das Publikum aufbereitet. Der Clou: Mikrofone außen an den Hubschraubern fangen den Rotorklang ein, dieser wird selber zum Instrument und vermischt sich mit den Streicherklängen des Quartetts. Ein einmaliges Erlebnis für die Sinne. „Stockhausen hat schon immer versucht, die Grenzen der Musik nach vorne zu bringen oder sogar zu sprengen. Sein Helikopter-Streichquartett ist dafür der vielleicht beste Beweis“, so Bernhard Fleischer, der Produzent der Inszenierung.

Ulrich Isfort hat sich mittlerweile eingerichtet, aus Platzgründen haben die Techniker zwei Sitze ausgebaut und die Mittelkonsole des Hubschraubers verkürzt. „Meine Kollegen und ich brauchen schon ein bisschen Raum, wenn wir spielen“, so Isfort. Nach einigem Ausprobieren hat dann alles seinen Platz gefunden. „Eng wird es auf jeden Fall. Ich nehme für die Aufführung doch lieber den kurzen Bogen, nicht dass ich den Kameramann verletze“, sagt er und schmunzelt.

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Zusammenrücken: Am Ende müssen Musiker, Kameramann, Tontechniker und der Pilot im Helikopter Platz finden

Der Pilot startet den Hubschrauber, Zeit für den Test unter Realbedingungen. Langsam fangen die Rotorblätter an zu drehen, werden immer schneller und gehen in ein monotones Dröhnen über. Kurz darauf hebt der Eurocopter AS 350 ab, schwebt noch kurz über dem Startfeld und ist schon bald außer Sichtweite. Im Kontrollzentrum halten Techniker und Produzent Kontakt mit dem Piloten und dem Musiker. „Eine große Herausforderung wird die Kommunikation zwischen den Musikern sein“, so Bernhard Fleischer. „Sie sehen sich ja nicht, müssen aber immer wissen, was die anderen spielen. Dafür synchronisieren wir sie per Kopfhörer über sogenannte Clicktracks, also Taktspuren.“

Wenige Minuten später hat Ulrich Isfort wieder festen Boden unter den Füßen. Die Begeisterung ist ihm anzusehen. „Wann kommt man als Musiker schon dazu, in einem Helikopter zu spielen? Das Stück in Ingolstadt aufzuführen ist für uns als Quartett eine einmalige Chance.“

Auch wenn die erste Probe erfolgreich verlaufen ist, bis zum Beginn der Audi Sommerkonzerte haben Musiker, Piloten und Techniker noch jede Menge Arbeit vor der Brust. Erst wenn Technik und Kunst perfekt aufeinander abgestimmt sind, kann Stockhausens „Helikopter-Streichquartett“ ein Erfolg werden.

Alle Informationen zu den Audi Sommerkonzerten finden Sie auf den Audi MediaServices und auf www.sommerkonzerte.de.

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Mario Lang

23. March 2017 um 14:25
Da hat der Herr Maier zwar recht, allerdings sieht er das Große Ganze nicht.
Es geht nicht darum, eine Momentaufnahme zu betrachten und dann zu urteilen. Das ist kurzsichtig und wird dem Ziel, weniger Emissionen abzusetzen, nicht gerecht, sondern verhindert das sogar.
Es geht darum im Rahmen von diversen Marketing-Aktivitäten den Block der Marke zu schärfen und kommende Technologie so bereits frühzeitig in der Käuferwahrnehmung auftauchen zu lassen.
Das lässt sich sogar ganz sicher mit so einer Aktion verbinden und erreichen, da es hierbei um die Masse geht.
Wie nehmen Sie, Audi als Hersteller von Fahrzeugen wahr? In meiner Wahrnehmung sehe ich Qualität und Zuverlässigkeit in jegweder Hinsicht. Neuesten gepaart mit Kreativität und Erfindergeist. Allerdings auch mit gemischten Gefühlen hinsichtlich der jüngsten Ereignisse. Jedoch überwiegt die bislang gute Erfahrung!

Walter Maier

20. July 2015 um 18:58
Helikopter Streichquartett?
Der Größenwahn von Audi nimmt langsam dekadente Züge an. Passt ja auch super zur Aktion Stadtradeln für Klimaschutz und Umwelt das zeitgleich stattfindet. Die vier Hubschrauber gleichen die Umweltbilanz dann wohl mehr als aus. Wie kann Audi dieses Konzert rechtfertigen wo doch überall Verbrauchssenkungen und alternative Antriebe beworben werden?
A bisserl mitdenken!