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Von der Strecke auf die Schulbank

130 Sprachtrainer der Audi Akademie unterstützen die Vier Ringe auf ihrem Internationalisierungskurs und sorgen dafür, dass die Audi-Mitarbeiter stets die richtigen Worte finden. Auch Audi-Rennfahrer Jamie Green übt fleißig Deutsch.

 Intensivkurs: DTM-Star Jamie Green (rechts) büffelt mit seinem Trainer Vokabeln.
Intensivkurs: DTM-Star Jamie Green (rechts) büffelt mit seinem Trainer Vokabeln.
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Audi-Pilot Jamie Green hat das Cockpit seines Audi RS 5 DTM gegen die Schulbank getauscht – zumindest für eine Woche. Deutsch pauken in der Audi Akademie statt Überholmanöver auf der Rennstrecke. Für den gebürtigen Engländer aus Leicester, Vater zweier Söhne, eher ungewohntes Terrain. „Normalerweise bin ich mit meinem Team ständig unterwegs. Jetzt habe ich mir aber eine Woche Zeit genommen, um einen Intensivkurs zu machen und meine Sprachkenntnisse zu verbessern“, sagt Green in fast fehlerfreiem Deutsch – natürlich mit dem charmanten Akzent eines echten englischen Gentlemans.

Audi Akademie

Zusammen mit seinem Trainer Istvan von Lukacs sitzt der 32-jährige in einem der  neuen Seminarräume der Audi Akademie, nahe der Ingolstädter Altstadt. Konzentrierte Arbeitsatmosphäre. An der Wand stehen mehrere Flipcharts, bunt beklebt mit deutschen Wörtern. Verteilt auf dem Tisch liegen Karteikarten mit Vokabeln. „Was ist noch einmal ein Kiesbett, Jamie?“, fragt von Lukacs. Der Rennfahrer schaut ihn an, zwinkert und antwortet: „Das kann ich dir gar nicht so genau erklären, dort halte ich mich während meiner Rennen eher selten auf.“ Punkt für Green. Die beiden müssen lachen. Danach wirft der Trainer weitere Begriffe wie Gangwechsel, Höchstgeschwindigkeit, Reifendruck, Fahrerlager und Bordfunk in den Raum. Die meisten davon kann sein Schützling ohne größere Probleme erklären.

Deklinieren und konjugieren: Jamie Green hat der Ehrgeiz gepackt.

 

„Ich arbeite sehr gerne mit unseren Rennfahrern zusammen“, sagt von Lukacs. „Durch ihren vollen Terminkalender müssen wir es schaffen, sehr viele Themen in kurzer Zeit unterzubringen. Das ist schon eine kleine Herausforderung.“

Auch wenn es im Rennsport international zugeht und sich Englisch als Arbeitssprache längst etabliert hat, kein Grund für Jamie Green ausschließlich auf seine Muttersprache zu bauen. „Ich fahre für ein deutsches Team und ich möchte mich auch mit meinen Mechanikern in ihrer Sprache unterhalten können. Das macht vieles einfacher. Allerdings finde ich diese langen Wörter wie Durchschnittsgeschwindigkeit immer noch sehr gewöhnungsbedürftig“, sagt er und muss dabei schmunzeln.

Neben der Kommunikation im eigenen Team geht es beim Sprachtraining aber auch um den Umgang mit der deutschen Presse. Interviewfragen nach dem Rennen sind Alltag für Green, der seit 2013 für die Vier Ringe fährt. „Gerade wenn du von der Strecke kommst und noch voller Adrenalin bist, dann muss ich mich manchmal schon sehr konzentrieren, um die Frage des Journalisten richtig zu verstehen“, gesteht er. „Daran möchte ich arbeiten und mich weiter verbessern.“

Von der Strecke auf die Schulbank

Arbeitsgerät: Rennfahrer Jamie Green neben seinem Audi RS 5 DTM.

 

„In unseren Sprachkursen simulieren wir darum immer wieder Interviewsituationen mit teilweise auch ungewöhnlichen Fragen wie zum Beispiel nach der Lieblingsfarbe oder was am Morgen auf dem Frühstückstisch stand. Damit proben wir das spontane Antworten“, erklärt von Lukacs. Dass Green sich auch vor kniffligeren Interviewfragen nicht fürchten muss, wird dann bei der letzten Übung des heutigen Unterrichtstags deutlich. Innerhalb von zwei Minuten muss der Engländer so viele Fragen wie möglich beantworten. Dabei geht es um sein letztes Rennen, seine Performance und sein Ausblick auf das nächste DTM-Wochenende. Gekonnt meistert er die Übung, von Lukacs ist begeistert. „Wow, 13 Fragen in zwei Minuten. Neuer Rekord.“ Für Green geht damit eine intensive Woche zu Ende. Der nächste Einsatz in seinem Audi RS 5 DTM wartet schon auf ihn. Wiederkommen will er aber auf jeden Fall. „Das ist wie beim Fahren. Ich will mein Level ständig verbessern. Ich freue mich schon auf den nächsten Kurs in der Audi Akademie.“

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