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Was einen Audi ausmacht

Die Volontäre der Audi Kommunikation waren eine Woche lang in der Produktion im Werk Ingolstadt im Einsatz und erzählen in unserer Serie, wie ein Auto produziert wird. Den Auftakt macht Ann Harder im Presswerk.

 Qualitätskontrolle muss gelernt sein: Herrmann erklärt Harder, wie die Oberflächen der Pressteile auf ihre Wertigkeit geprüft werden
Qualitätskontrolle muss gelernt sein: Herrmann erklärt Harder, wie die Oberflächen der Pressteile auf ihre Wertigkeit geprüft werden
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Noch völlig verschlafen, versuche ich mich in meiner neuen Arbeitsumgebung zu orientieren. Es ist 5.45 Uhr, die Frühschicht in der Audi-Produktion beginnt. Die Sicherheitsunterweisung habe ich bereits hinter mir, meinen ersten Kaffee auch. Schnell schlüpfe ich in meinen Arbeitsoverall und die Sicherheitsschuhe. Als ich die Halle betrete und die Seitenwandrahmen näher betrachte, die gerade frisch aus der Presse kommen, fällt mir auf, dass dieser Ort etwas Besonderes ist: Die mehr als 2.500 Audi, die jeden Tag im Werk Ingolstadt vom Band fahren, haben ihren Ursprung genau hier, im Presswerk. Und ich bin mittendrin.

Gruppensprecher Hermann begrüßt mich herzlich. 16 Mitarbeiter gehören zu seinem Team, nun nimmt er auch mich unter seine Fittiche. Bereits seit 37 Jahren ist er im Geschäft, er hat schon einiges gesehen. Bis ins kleinste Detail erklärt er mir, was ich über den Pressvorgang wissen muss: Alles beginnt mit einer großen Palette Platinen, die darauf warten, im Presswerk in die richtige Form gezogen zu werden. Damit am Ende auch wirklich herauskommt, was das Design eines Audi ausmacht, durchläuft die Platine bis zu sechs unterschiedliche Umformungsstufen. Die erste ist dabei maßgeblich für die Audi-typische Formensprache: Mit einer Kraft von bis zu 2.100 Tonnen wird die Platine über das entsprechende Werkzeug gezogen. Es folgen fünf weitere Schritte, in denen der Materialüberschuss abgeschnitten, Löcher gestanzt und Umformungen detailliert nachgearbeitet werden.

Am Ende der Presse wartet Herrmanns Team darauf, die gepressten Teile in Empfang zu nehmen und auf ihre Wertigkeit zu überprüfen. „Qualität hat im Presswerk oberste Priorität. Nicht zuletzt deshalb, weil bei uns neben vielen Strukturteilen nahezu alle Außenhautteile abgepresst werden, die das Audi-Design abbilden. Zudem beeinflussen wir als Erster in der Prozesskette die Qualität maßgeblich“, erklärt Karl Meier, Leiter Presswerk 2 in Ingolstadt.

Serie Produktion

Qualität hat bei Audi oberste Priorität: Ann Harder überprüft das Pressteil auf seine Wertigkeit

Das wissen auch Herrmann und seine Kollegen und führen über den ganzen Tag hinweg Kontrollen durch. „Hier ist äußerstes Fingerspitzengefühl gefragt. Zuerst wird die Oberfläche sanft mit einem Abziehstein bearbeitet, so können gegebenenfalls Unregelmäßigkeiten für das Auge sichtbar werden. Und dann muss die Oberfläche zusätzlich erfühlt werden, am besten mit Handschuhen. Wichtig ist, dass die ganze Hand auf der Oberfläche liegt“, erklärt mir Hermann. Auch ich darf nun Hand anlegen und unter den Argusaugen vom Gruppenleiter prüfen, ob alles in Ordnung ist mit dem Seitenwandrahmen.

Neben der Kontrolle im Nachgang ist eine regelmäßige Wartung der Werkzeuge im Vorfeld des Pressvorgangs wichtig. Hier hat Richard, kurz Richie, den Hut auf. Gemeinsam mit seinen Kollegen sorgt er dafür, dass alle Werkzeuge in einem Top-Zustand sind, bevor diese in der Pressanlange gerüstet werden – etwa drei bis vier Mal pro Schicht, je nach Bedarf. Statt der Seitenwandrahmen einer Audi A4 Limousine werden dann Türen vom Audi Q5 gepresst, nach einem Durchlauf Heckklappen sind Radhäuser an der Reihe.

Serie Produktion

Am Abstapelband prüfen die Mitarbeiter die frisch gepressten Seitenteile des Audi A5 Coupé auf ihre Oberflächenqualität

Wann welches Pressteil gefertigt wird und wie viele von ihnen, bestimmt Nico. Er ist verantwortlich für die Distribution der Pressteile und sorgt dafür, dass im Karosseriebau auch immer genügend Bestand vorhanden ist. „Kalkulieren wir falsch, steht entweder die gesamte Produktion still oder das Lager läuft über“, verdeutlicht Nico. Das nötige Gespür ist also ein Muss.

Da glücklicherweise weder Qualität noch Wartung und Kalkulation im Presswerk Mangelware sind, geht es für die fertigen und abgenommenen Pressteile von hier direkt Richtung Karosseriebau. Hier kommt zusammen, was zusammen gehört, die finale Karosserie wird gefertigt. Doch bis zu einem waschechten Audi ist noch viel zu tun – was genau, haben sich meine Kolleginnen Annika, Eva, Sabrina und Britta genauer angeschaut.

Die Volontäre der Audi Kommunikation waren eine Woche lang in der Produktion im Werk Ingolstadt im Einsatz und haben an verschiedenen Stationen selbst erlebt, wie ein Auto produziert wird. In unserer fünfteiligen Serie berichten sie von Ihren Erfahrungen.

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Holzer

12. August 2013 um 8:28
Super Bericht!