Audi e-tron an der Ladesäule

Laden leicht gemacht

Wie Audi das Laden von E-Autos alltagstauglich macht

Jeder zerbricht sich den Kopf über die Alltagstauglichkeit von Elektroautos. Wie wir elektrisch unterwegs sind und trotzdem flexibel und spontan bleiben. Wann wir unser Auto an die Steckdose stecken und was passiert, wenn keine in Reichweite ist. Und wer uns eine Tankstelle in die heimische Garage baut. Blogger Jan Weizenecker hat sich den Lösungsansatz von Audi genauer angeschaut…

Audi e-tron-Prototyp Charging
Der e-tron Charging Service wird Teil eines ganzheitlichen Ladeangebots und bietet europaweiten Zugang zu öffentlicher Ladeinfrastruktur. Jan Weizenecker wirft einen ersten Blick auf den Lösungsansatz von Audi.

Wer kennt das Problem nicht: Der Akku des Smartphones ist fast leer und es ist kein Ladekabel zur Hand. Panik! Wie unnötig, denke ich mir immer, unsere Welt sprüht doch nur so vor Energie: die Kraft reißender Flüsse, des Meeres, des Windes oder der Sonne. Klingt jetzt esoterisch, aber jeder der zu lange in der Sonne liegt, oder einen Blitzeinschlag live beobachtet, der weiß, was ich meine.

Die Frage ist eben nur, wie fängt man diese ominöse Energie ein? Und wie speichert man sie um sie überall dort nutzbar zu machen, wo sie gebraucht wird? Immer unter der Prämisse, dass auch unsere Kinder und deren Kinder einen möglichst grünen Blauen Planeten vorfinden sollen.

Energie aus der Umwelt speichern

Dieser Aufgabe müssen sich die zivilisierten Völker dieser Erde in Zukunft immer mehr stellen. Noch nutzen wir meist fossile Brennstoffe wie Kohle oder Erdöl zur Gewinnung von Energie. Doch diese Ressourcen sind endlich. Die Lösung dafür können Batterien sein. Ihre Größe ist aktuell aber wegen knapper verwendeter Ressourcen limitiert, was die Akkus teuer macht. Eine andere Krux beim Lösen dieser Gleichung ist der Faktor Zeit. Wir brauchen relativ lange, um Akkus mit Energie zu laden.

Doch warum diese Einleitung? Von einem Mensch, der gerne die Welt verbessern will, aber zu gerne Auto fährt und Vielflieger-Meilen sammelt, als wären es Briefmarken? Riiiiichtig: Es geht um Autos. Konkret um den neuen Audi e-tron-Prototyp. Denn Audi präsentiert im September diesen Jahres stolz sein erstes Elektro-Modell.

Audi e-tron Stromschlag auf Auto

Dieses Experiment steht sinnbildlich für einen Jahrtausende alten Menschheitstraum: das Einfangen von Blitzen und die Nutzung deren Energie.

Der Audi e-tron Prototyp unter Hochspannung

Dabei stand die Ladeleistung mitunter im Fokus der Entwicklung. An dieser Stelle sende ich einen demütigen Dank an meinen Physiklehrer: Sie hatten recht, hätte ich bloß mal besser aufgepasst. Weil Physik-Versager im echten Leben irgendwann nachsitzen müssen, luden mich die Ingolstädter in die heiligen Hallen der Siemens Schaltwerke nach Berlin ein. Das Ziel war klar: Es sollte anschaulich gezeigt werden, wie das neue Elektro-SUV in einer Kaffeepause zu laden ist.

Für Technik-Nerds wohnt den Schaltwerken in Berlin wohl mehr Spannung inne als zwischen Teenagern und ihren Eltern. Denn hier wird Schalttechnik für Abnehmer in aller Welt entwickelt und auf einem Hochspannungs-Prüffeld getestet. Heute steht aber etwas anderes auf dem Programm: Vor meinen Augen wird ein Blitz auf dem Audi e-tron Prototyp entladen. Beeindruckend, und theoretisch völlig unbedenklich für Insassen, da das Auto bekanntlich einen faradayschen Käfig bildet.

Reichweite –  reicht weiter als man denkt

Dass sich das Elektroauto genauso schnell auflädt, wie der Blitz sich entlädt, ist leider noch Zukunftsmusik. Und damit zurück zum Grundproblem: Dem Speichern von Energie. Um jetzt mal praktischer zu werden: Audi hat bei der Entwicklung des e-tron-Prototyp drei Erfolgsfaktoren der Elektromobilität ausgemacht: die Reichweite, die Ladezeit und die Ladeinfrastruktur.

Das soll uns direkt zum eigentlichen Protagonisten dieses Artikels führen: dem Akku. Er sitzt als 700 Kilo schwerer, flacher Block tief unten im Auto zwischen den beiden Achsen. Bestehend aus 36 Zell-Modulen in Größe eines Schuhkartons, in denen wiederum jeweils zwölf sogenannte Pouch-Zellen sitzen. Damit hat der e-tron-Prototyp eine Kapazität von 95 kWh und verspricht laut dem realitätsnahen WLTP-Zyklus eine Reichweite von mehr als 400 Kilometern.

Rekuperationstest Audi e-tron-Prototyp am Pikes Peak
Der Rekuperationstest am Pikes Peak stellte heraus, dass bis zu 30 Prozent mehr Reichweite durch die Energie-Rückgewinnung erzielt werden können.

Um diese unabhängig von Umweltbedingungen zu garantieren, wohnt dem System ein intelligentes Thermo-Management inne, das für wonnige Temperaturen im Batterie-Umfeld sorgt. Mit ihm verspricht die Batterie – vom Kaltstart im Winter bei Minusgraden bis zur knackig heißen Autobahnfahrt im Sommer mit häufigen Beschleunigungsorgien – stets eine konstant berechenbare Kapazität.

Ladezeit  – den e-tron-Prototyp an die Dose stecken

Doch irgendwann ist auch der leistungsstärkste Akku leer. Deshalb sind die 150 Kilowatt Ladeleistung an bestimmten Schnellladestationen mindestens genauso entscheidend für die Alltagstauglichkeit des neuen Modells. Wie das funktioniert? Beim Anschluss setzten die Ingolstädter auf den CCS Standard. Manche von euch werden jetzt sagen: Ich verstehe nur Bahnhof: Wie steht’s denn nun um das Laden von Elektroautos?

Audi e-tron an der Ladestation

Audi macht Schluss mit der Reichweitenangst: Ein Schlüsselfaktor neben der alltagstauglichen Reichweite des Audi e-tron-Prototyp, ist ein ganzheitliches Ladeangebot für zu Hause und unterwegs.

Einen Verbrenner tankt man in rund sieben Minuten an einer von 14.000 Tankstellen in Deutschland, inklusive Pippi-Pause. Doch bei der Elektromobilität ist das etwas komplexer. Zunächst ist entscheidend: Wie wohnt der Nutzer? Denn statistisch betrachtet finden 85 Prozent aller Ladevorgänge bisher Zuhause statt. Der Audi-Händler des Vertrauens vermittelt hierfür sogar geschulte Elektriker, die optimale Lösungen in der heimischen Garage einzubauen.

Ladeinfrastruktur – Laden an jeder Ecke

Doch hin und wieder müssen wir nun mal beruflich weitere Strecken zurückzulegen oder die Oma im Hartz besuchen. Dabei sind Schnelllademöglichkeiten entlang der Autobahn unabdingbar.

Audi e-tron-Prototyp wird geladen
Über seinen neuen Ladedienst eröffnet Audi allen e-tron-Kunden, und damit auch Besitzern von Plug-in-Modellen, Zugang zu etwa 80 Prozent aller öffentlichen Ladestationen in Europa.

Sie machen bisher allerdings nur fünf bis zehn Prozent aller Ladevorgänge aus. Mit einer 50 kW Ladestation lädt der e-Audi in 80 Minuten. Viel zu lange. Mit einer 100 bis 120 kW Ladesäule immer noch 40 Minuten. Zäh! Audi setzt daher auf eine Ladeleistung mit bis zu 150 kW. Denn dann ist der Akku schon in etwa 30 Minuten bereit für die nächste Langstrecke. Das ist schon eher überbrückbar und entspräche einer Kaffee-Pause. Okay … mit Kuchen. Und dann zerbrechen wir uns noch die Köpfe über ein weiteres Thema: Es gibt zwar schon 80.000 Ladepunkte in Europa, allerdings von 1.000 verschiedenen Betreibern mit einer anderen App oder unterschiedlichen Zahlungssystemen.

Audi setzt hier auf einen eigenen Ladedienst: der „e-tron Charging Service“. Ein Kundenkonto soll die Nutzung an 80 Prozent der öffentlichen Ladepunkte in Europa mit automatischer Abrechnung möglich machen. Aktuell noch mit einer Karte, ab 2019 soll sich das Fahrzeug dann selbstständig mit den Ladesäulen connecten.

Fazit: Wo die Elektromobilität hin will

Mit der hohen Reichweite und der schnellen Ladeleistung fährt der e-tron-Prototyp aus dem Schatten des Zweitwagens ins Licht des Erstfahrzeugs und bringt wichtige Features mit, auf die viele Interessenten gewartet haben. Dabei soll der Audi e-tron-Prototyp nur das erste Modell einer großen E-Offensive der Ingolstädter sein. 2019 ist ein e-tron Sportback mit Fließheck geplant, die Zukunft bleibt also Spannend – im wahrsten Sinne des Wortes.

Wenn jetzt noch, genau wie beim Smartphone, induktives Laden als Komfort-Feature für Zuhause angeboten wird, sind wir in der Zukunft angekommen. Vielleicht kommt bei den Smartphones ja auch bald jemand auf die Idee, mit mehr Power zu laden. Mir graut es schon vor dem ersten Smalltalk: Und wie schnell lädt dein iPhone? Mit 150 Kilowatt – ich bin safe. Und du? Nur eine kurze Kaffeepause und ich kann weiter tindern oder mich von Insta-Storys aus Urlauben neidisch machen lassen.

Grenzenlos mobil: der Audi e-tron-Prototyp

Durch die Integration des Schnellladenetzwerks von Ionity lädt der Audi e-tron-Prototyp als erstes Serienauto mit bis zu 150 kW. Mit mehr als 72.000 Ladepunkten von 220 Anbietern ermöglicht Audi eine kompromisslose Elektromobilität.

Zwar lässt sich der Audi e-tron-Prototyp nicht mit einem Blitz laden, doch sind die Ingenieure der Vision des blitzschnellen Aufladens bereits einen Schritt näher gekommen. Die Serien­version des Audi e-tron-Prototypen kann als erstes Automobil im Markt mit bis zu 150 kW laden.

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Wer seinen e-tron über Nacht lädt und am nächsten Morgen mit voller Batterie startet, braucht bei seiner täglichen Fahrt keinen Stopp an der Ladesäule einzulegen.

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An den leistungsfähigen DC-Säulen lädt der Audi e-tron als erstes Serienautomobil mit bis zu 150 kW. Damit ist er in etwa einer halben Stunde bereit für die nächste Langstrecken-Etappe.

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Der Audi e-tron-Prototyp bietet doppelte Effizienz. Zum einen lädt sich die Batterie über die Rekuperation automatisch auf, zum anderen schont die Technik die Bremsen und sorgt somit für höchste Sicherheit.

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Der Ladevorgang ist denkbar einfach: Ob AC-oder DC-Laden, ob 11 oder 150 kW – es genügt eine einzige Karte, die e-tron Charging Service Card, um das Laden zu starten.

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Audi e-tron-Prototyp
Aus dem Audi MediaCenter

Audi e-tron-Prototyp

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