Eine viel befahrene Straße in Peking

Handshake mit der Zukunft

Wie Audi Trends in China erforscht

Was bewegt den Kunden von morgen im Reich der Mitte? Das Team von Audi Innovation Research (AIR) in Peking erforscht diese Frage täglich. Die Senior Research Analysten Ming Zhu und Haiwei Bai im Gespräch mit Audi Blog-Autorin Lisa Niermann über den chinesischen Kunden der Zukunft und die Trends in China.

Ming Zhu und Haiwei (Odin) Bai im Interview mit Lisa Niermann
Die Senior Research Analysten Ming Zhu und Haiwei Bai im Gespräch. Sie erforschen, wie die Wünsche des Kunden von morgen aussehen.

Freitagnachmittag, mitten im Pekinger Künstlerviertel. Ming Zhu und Haiwei Bai sitzen in einem hippen Café voller junger Chinesen. Sie diskutieren gestenreich. Ihr Thema: Wie sieht der Kunde von morgen aus?

Das Ziel: die Wünsche des Kunden von morgen entschlüsseln

Als Teil des AIR Office Beijing arbeiten beide seit 2015 täglich daran, die Wünsche des chinesischen Kunden von morgen zu entschlüsseln.

Das Team analysiert Trends, beobachtet die wachsende chinesische Hightechszene und arbeitet eng mit einem Netzwerk innovativer Querdenker zusammen. Eine spannende und wichtige Arbeit in einem Land, in dem der Automarkt boomt und die Anzahl der Automarken rasant steigt – Stand heute sind es bereits mehr als 70 Marken.

Wie arbeiten die Audi Trendforscher in Beijing?

Ming, Haiwei, könnt ihr die Arbeit des AIR Office Beijing in drei Worten beschreiben?

Ming: Für mich stehen diese drei Wörter sinnbildlich für unsere Arbeit: Einblicke. Sensor. Brücke. Wir erhalten Einblicke in die Gedanken und Wünsche unserer Kunden und damit natürlich auch in die Erwartungen an Audi und seine Produkte. Und wir filtern wie ein Sensor die Trends der Zukunft hier in China. Diese ganzen Informationen geben wir dann weiter an unsere Kollegen bei Audi China, der AUDI AG und unserem Joint-Venture-Partner Audi Sales Divisions. Wir sind also die Brücke zwischen Kunden und Audi.

Haiwei: Für mich beschreiben diese drei Worte unsere Arbeit am besten: Erkunden. Analysieren. Transferieren. Wir vom AIR Office Beijing erkunden den chinesischen Markt und zukünftige Entwicklungen, indem wir Interview und Workshops mit Kunden und so genannten „Trend receivern“ veranstalten. Mit unseren Analysen können wir dazu beitragen, dass die Wünsche der Kunden auch bei Audi ankommen.

Trendforschung und Marktforschung: Wo liegt der Unterschied?

Ming Zhu und Haiwei (Odin) Bai betrachten einen Flyer des AIR in Peking.
Wie kommen die Wünsche der Kunden ins Auto? Trend- und Marktforschung ermöglichen Einblicke in die Erwartungen an eine Marke und deren Produkte.

Ihr erforscht also den chinesischen Markt und die chinesischen Trends: Worin liegt hier der Unterschied?

Haiwei: Trendforschung richtet den Blick auf die Zukunft – zum Beispiel auf politische Veränderungen oder Veränderungen im Kundenverhalten.

Ming: Die Marktforschung fokussiert hingegen die aktuellen Gegebenheiten, wie Kunden, Märkte oder Wettbewerber.

Haiwei, mit Blick auf die Zukunft: Welchen Trend erforschst du gerade?

Haiwei: Das Projekt nennt sich Space III und ist ein an den chinesischen Kunden von morgen angepasstes Concept Car, das wir 2015 mit unseren Kollegen vom Audi Design Team in Peking gestartet haben. Dieses Konzept vereint Trends im Interieur und im Exterieur mit autonomen Fahren, künstlicher Intelligenz und neuen Mobilitätsmodellen.

Wie die Trendforscher künftige Kundenwünsche identifizieren

Das Concept Car ist also nach den Wünschen des Kunden entstanden. Wie habt ihr diese herausgefunden?

Haiwei: Wir haben im ersten Schritt eine Trendstudie zu den Themen Nachhaltigkeit, Urbanisierung, aber auch das Leben in der chinesischen Gesellschaft in der Zukunft durchgeführt. Auf Basis dieser Ergebnisse haben die Designer einen ersten Entwurf gemacht. Themen wie Autonomes Fahren und Künstliche Intelligenz haben wir in 60 verschiedenen Konzepten zusammengefasst, basierend auf Seminaren und intensiven Gesprächen mit Kunden, Trendforschern und Audi Mitarbeitern.

Ihr habt in der Studie den chinesischen Alltag in der Zukunft erforscht. Was sind denn die großen Trends in China?

Haiwei: Eines der zentralsten Themen, das sich nicht von den Trends in Europa unterscheidet ist die Digitalisierung. Aber auch Urbanisierung spielt eine große Rolle in China. Und das ist der Unterschied zu Europa: Viele junge Chinesen wollen nicht mehr unbedingt in den Megastädten Peking und Shanghai wohnen, sondern in kleinere und neu errichtete Städte ziehen. Und bei der Stadtplanung liegt der Fokus stark auf Nachhaltigkeit und einer besseren Luftqualität.

Ming Zhu und Haiwei (Odin) Bai im Gespräch mit Lisa Niermann

Im Vergleich zu deutschen Kunden legen Chinesen Wert auf größere Autos mit einer hohen Absicherung durch Assistenzsysteme.

Was den chinesischen vom deutschen Kunden unterscheidet

Ming, auch in Deutschland spielt Nachhaltigkeit eine große Rolle in der Gesellschaft. Du hast in Deutschland studiert und gearbeitet – was sind deiner Meinung nach die größten Unterschiede zwischen chinesischen und deutschen Kunden?

Ming: Chinesische Kunden sind im Vergleich zu deutschen Kunden viel jünger: Das Durchschnittsalter liegt bei 38 Jahren. Die deutschen Kunden sind im Durchschnitt 52 Jahre alt. Das ist schon ein großer Unterschied. Außerdem bevorzugen Chinesen ein Auto, das einen hohen Lebensstandard wiederspiegelt und deutlich größer ist, als nach deutschen Interessen.

Kann Audi denn diesem hohen Lebensstandard in China gerecht werden?

Haiwei: Auf jeden Fall. Das Premium-Angebot von Audi wird diesem Anspruch absolut gerecht. Die chinesischen Kunden schätzen vor allem das auf den chinesischen Kunden angepasste Interieur und die umfassende Absicherung bei den Fahrerassistenzsystemen.

Ming und Haiwei, wie werden diese ganzen Trends das Leben in China zukünftig beeinflussen?

Haiwei: Digitalisierung in China ist heute bereits in jedem Bereich spürbar. Mit der App WeChat bestellen wir alles nach Hause, ob Klamotten oder Gemüse. Selbst Obdachlose nutzen Smartphones und QR-Codes.

Ming: Vor allem mit der heranwachsenden Generation, die ein Zeitalter ohne Digitalisierung nicht kennt, werden die Auswirkungen dieser Trends noch viel stärker sein. Die Möglichkeiten der Digitalisierung beeinflussen dann künftig vor allem die Mega-Städte und deren Nachhaltigkeit.

Was sind die zukünftigen Trends in China?

Mit dieser Frage beschäftigen sich Ming Zhu und Haiwei Bai täglich. Als Teil des Audi Innovation Research (AIR) Office in Peking erkunden sie den chinesischen Markt und bilden damit die Brücke zwischen Kunden und Audi. Mit Lisa Niermann sprachen sie über Einblicke in Kundenwünsche und Zukunftstrends in China.

„Erkunden. Analysieren. Transferieren.“ Diese Begriffe sind Ming Zhu wichtig, wenn es um ihre Arbeit im Audi Innovation Research geht. Durch Analysen von Interviews und Workshops trägt sie dazu bei, dass die Wünsche der Kunden auch im Audi ankommen.

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„Einblicke. Sensor. Brücke.“ Mit diesen Wörtern beschreibt Haiwei Bai seine Arbeit. Aktuell arbeitet er mit dem Audi Design Team in Peking am Concept Car Space III.

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Wie sieht der Kunde von morgen aus? Danach forschen die Senior Research Analysten Ming Zhu und Haiwei Bai – mit Interviews, direktem Feedback der Kunden und verschiedenen Studien.

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Audi China: Peking
Aus dem Audi MediaCenter

Audi am Standort China

Audi ist seit 1988 in China aktiv und führt seitdem das Premiumsegment des Landes an. Die AUDI AG ist in China mit einem Joint Venture und seiner hundertprozentigen Tochtergesellschaft Audi China in Peking vertreten. Das Audi Joint Venture FAW Volkswagen produziert im nordchinesischen Changchun die Modelle Audi A4 L, Audi A6 L, Audi A6 L e-tron, Audi Q3* und Audi Q5*. Der Audi A4 L und Audi A6 L wurden speziell für China mit verlängertem Radstand entwickelt. Im südchinesischen Werk in Foshan fertigt das Joint Venture den Audi A3 Sportback* und die Audi A3 Limousine*. 2018 rollt in China mit dem Audi Q2 L ein weiteres l...

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