Crowcoding Gründer krempeln die Ärmel hoch

Im Nebenjob Geschäftsführer

Wie es ein Studenten-Startup geschafft hat, mit Audi zu kooperieren

Ein studentisches Start-Up, das mit Audi zusammenarbeitet? Ja, das gibt’s und zwar in Aachen. Mit welcher Idee ein junges Team das Unternehmen unterstützt und wie die Kooperation zustande kam, hat Audi Blog-Autorin Luisa Kübler recherchiert.

Bunte Codezeilen auf schwarzem Desktop-Hintergrund
Code über Code: Bei Crowdcoding IT Solutions dreht sich alles um die bunten Zeilen, die als fertige Software bei der Audi Vorserienprogrammplanung zum Einsatz kommen.

Ich gehe die Treppen zu den Büroräumen der Crowdcoding IT Solutions in Aachen hinauf und drücke den Klingelknopf. Sofort öffnet ein junger Mann die Tür und grinst mir entgegen. „Hallo, Ich bin Felix“, sagt er und bittet mich herein. Bunte Post-Its mit vielen Notizen kleben an den Wänden. Laptops, Tablets und Smartphones auf den Tischen zeigen auf den ersten Blick, dass sich die Studenten mit Informatikthemen beschäftigen: Denn auf den Bildschirmen leuchten bunte Grafiken und Zahlenfolgen, geöffnet in Visualisierungstools.

An einem Tisch in der Mitte des Raums sitzen Lucca, Patrick und Tom. Sie sind Felix‘ Freunde und seit kurzem auch Kollegen. Und dann sitze da ich, mittendrin. Meine Mission: mehr über die Zusammenarbeit des jungen Teams mit Audi zu erfahren.

So entstand die Kooperation zwischen Audi und dem Start-Up

Denn die Studenten unterstützen seit einigen Monaten nebenberuflich die Vorserienprogrammplanung von Audi in Neckarsulm. Begonnen hat die Kooperation mit dem Unternehmen vor mehr als einem Jahr, beim ersten Smart Factory Hackathon von Audi.

Das Event, das Programmierköpfe zum Rauchen bringt, fand im Oktober 2016 in Ingolstadt statt: Mehrere Teams entwickelten 24 Stunden lang Software und stellten damit Lösungen für verschiedene Arbeitsbereiche von Audi her. Mit dabei: Felix Fink, Student für Wirtschaftsingenieurwesen für Maschinenbau an der RWTH Universität in Aachen, und vier Freunde von ihm. Ihre Challenge des Tages: ein Projekt aus der Audi Vorserienprogrammplanung. Eingereicht von Thomas Buchholz aus Neckarsulm. „Unsere Abteilung hat ein Projekt beim Hackathon eingereicht, weil Studenten noch außerhalb der Konzernstrukturen denken und somit frischen Wind und neue Impulse in unseren Arbeitsalltag bringen.“, sagt Buchholz.

Crowdcoding Gründer und Audi Mitarbeiter im Gespräch

Beim Smart Factory Hackthon, einem Event für die Entwicklung neuer Lösungen für die Fabrik der Zukunft, trafen die vier Studenten das erste Mal auf Audi. Daraus entstand eine Kooperation, die die Audi Vorserienprogrammplanung dabei unterstützt, die Anzahl an Vorserienfahrzeugen besser einzuschätzen.

Doch was erhoffte sich der Audi Mitarbeiter von dem Programmierevent? – Mithilfe der Daten aus der Vergangenheit möchte seine Abteilung in die Zukunft schauen. „Wir wollen die Anzahl an Vorserienfahrzeugen besser prognostizieren und gegebenenfalls sogar reduzieren“, erklärt Buchholz.

Und was bewegte Felix beim Hackathon mitzumachen? – In einem Satz ist das nicht erklärt. Felix holt etwas weiter aus und ich lausche gespannt, was die Jungs an der Datenwelt so fasziniert: „Es ist unglaublich, dass durch die Analyse von Werten ein riesiges, verborgenes Potential nutzbar gemacht werden kann. Daten sind einfach das Öl des 21. Jahrhunderts“, sagt Felix.

Die Gründung des Start-Ups

Für ihn und sein Team ist die Zusammenarbeit mit Audi eine riesige Chance: „Die Fachbereiche in Unternehmen sammeln laufend Zahlen und Daten, können diese aber oft aus zeitlichen Gründen nicht umfassend weiter verarbeiten. Dabei geht leider Potential verloren.“ Genau hier knüpft das Start-Up mit seiner Arbeit an, wie sich später herausstellt.

Die 21- und 22-Jährigen sind schon seit einiger Zeit Softwarecracks und IT-Experten, denn persönliches Interesse und Werkstudentenjobs im IT-Security-Bereich und in der Automobilindustrie haben den Jungs viel Erfahrung in Informatikthemen gebracht. Kein Wunder also, dass ihre Ideen bei der Veranstaltung in Ingolstadt direkt Anklang fanden. Buchholz war begeistert: Er wollte die jungen Erwachsenen für eine Kooperation mit Audi gewinnen. Das gab den Softwareexperten den Ansporn, ein Start-Up zu gründen. So entstand 2017 das Start-Up Crowdcoding IT Solutions in Aachen.

Profilaufnahme von Gründer Felix Fink bei der Arbeit am Bildschirm
Hochkonzentriert: Start-Up-Mitgründer Felix Fink bei der Arbeit am Bildschirm.

Aktueller Stand des Projekts

Momentan trägt das Team alle historischen Daten der Vorserienprogrammplanung bei Audi zusammen, sortiert unbrauchbare Werte aus und visualisiert die Ergebnisse. So können Buchholz und seine Abteilung Erkenntnisse aus der Vergangenheit auf neue Modellanläufe anwenden und so die Planungen verbessern, etwa die Anzahl der Vorserienautos, die für die technische Entwicklung, Qualitätssicherung sowie die Vertriebs- und Presseabteilung gebraucht werden, weiter optimieren. Später soll das Projekt auch Informationen über Veränderungen im gesamten Anlaufmanagement geben. So könnte Audi Kapazitäten und Ressourcen noch besser auf die Megatrends der Automobilbranche, wie etwa die Elektrifizierung oder die Vernetzung von Fahrzeugen untereinander ausrichten.

Studium und Arbeit in der eigenen Firma vereinen

Zwar befindet sich das Projekt der Studenten mit Audi noch in der Anfangsphase, doch trotzdem klingen Vorlesungen, Prüfungen, Familie, Freizeit und ein eigenes Unternehmen nach einer Menge Arbeit. Um all das unter einen Hut zu bringen, teilen die Jungs ihre Aufgaben auf: „Unsere Treffen finden spontan statt, aber zur wöchentlichen Telefonkonferenz mit Audi treffen wir uns im Büro“, erzählt Felix. „Insgesamt arbeiten wir in verschiedenen Konstellationen, einzeln von Zuhause aus oder gemeinsam im Büro“, erklärt der Student. So sind die Vier flexibel und können sich trotzdem um ihre Aufgaben im Studium kümmern. Das Team freut sich auf die spannende Reise in die Datenwelt. Nach und nach möchten die Jungs die Prozesse bei Audi durch ihre Analysen optimieren. Was nach dem Studium kommt, steht noch in den Sternen. Wer weiß, vielleicht treffen wir die Softwareexperten einmal in der Informatik Abteilung von Audi an?

Ein starkes Team: Crowdcoding IT Solutions und Audi

Beim Smart Factory Hackathon 2016 nahmen die vier studentischen Start-Up-Gründer teil. Entstanden daraus ist eine Kooperation, bei der das Start-Up durch qualitative Datenauswertungen und Visualisierungen die Vorserienprogrammplanung bei Audi verbessern und so die benötigte Anzahl der Vorserienautos besser bestimmen können. Dort gesparte Kapazitäten können somit für die Weiterentwicklung bestimmter Themen, wie zum Beispiel, die Elektrifizierung, verwendet werden.

 

Die vier Gründer im Büro: Neben Vorlesungen, Prüfungen und Freizeit gehört nun auch der Aufenthalt im Büro zum Alltag der Studenten. Damit sie aber alles in Einklang bringen, wird auch mal von Zuhause gearbeitet.

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Co-Founder Tom Schumann (22) studiert Wirtschaftsingenieurwesen und kümmert sich gemeinsam mit seinen Kollegen um die Optimierung der Vorserienprogrammplanung bei Audi.

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Student Felix Fink (21) ist ebenfalls Student im Fach Wirtschaftsingenieurwesen und verbringt nun neben dem Vorlesungssaal auch Zeit im Büro.

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Der Dritte im Bunde: Lucca Groß (22), Maschinenbau-Student und Mitgründer des Aachener Start-Ups.

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Last, but not least: Patrick Mertens (21), Master-Student im Fach Elektrotechnik.

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Bei den vier Studenten darf es auch mal bequemer sein: Tom Schumann macht es sich bei der Arbeit im Sessel bequem.

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Jan van der Veer

10. April 2018 um 15:57
Vielleicht sollten die jungen Leute mal den Audi-Traditions-Shop wieder in Ordnung bringen, wenn es das Stammpersonal nicht schafft. Die Kreditkartenzahlung funktioniert seit mehr als vier Wochen nicht und niemand aus dem Ausland kann mehr bestellen:
https://www.s2forum.com/forum/general/open-topic-new/2020211-audi-tradition-shopping-cart-payment-broken/page3

Das ist doch nicht normal für ein solventes Unternehmen?

Stephanie Huber

11. April 2018 um 13:58
Hallo Herr van der Veer,

es tut uns aufrichtig leid, dass die Kreditkartenzahlung im Audi Tradition Onlineshop aktuell nicht möglich ist. Unsere Kollegen arbeiten mit Hochdruck an der Behebung der technischen Störung. In der Zwischenzeit können Sie Ihre Bestellungen im Traditionsshop über Ihren Händler vor Ort abwickeln.

Herzliche Grüße,

Stephanie aus der Audi Onlinekommunikation