Titelbild IONITY

An die Säule, laden, los!

Wie IONITY Elektromobilität auf der Langstrecke ermöglicht

Ladesorgen ade! Denn IONITY wird bis zum Jahr 2020 ein High-Power-Charging-Netzwerk mit etwa 400 leistungsstarken Schnellladestationen entlang der europäischen Hauptverkehrsachsen aufbauen. Doch wo stehen die Säulen und welcher Strom füttert sie? Audi Blog-Autorin Stefanie Lackner hat nachgefragt und Wissen aufgeladen – gemeinsam mit Anno Mertens, Audi Projektleiter für das Thema Schnellladen.

Audi Blog-Autorin Stefanie Lackner führt Interview mit Experten für Elektromobilität, Anno Mertens
Elektrisierende Zukunft: Anno Mertens, zuständiger Projektleiter für das Thema Schnelladen bei Audi, gibt Autorin Stefanie Lackner einen Einblick in das Joint Venture IONITY.

Herr Mertens, heute schon geladen?

Mertens: In der Tat, denn ich fahre einen Audi A3 e-tron. Und soll ich Ihnen etwas verraten? Der erste vollelektrische Audi steht bereits auf meiner Wunschliste.

 

 

Dann haben Sie im Vergleich zu vielen Kunden keine „Reichweiten-Angst“ – also Sorge um die Reichweite Ihres zukünftigen Elektroautos?

Mertens: Nein, diese Sorgen sind meiner Meinung nach unbegründet. Parallel zu unserem ersten vollelektrischen Modell, dem Audi e-tron, bringen wir nicht nur Ladelösungen für zuhause, sondern auch eine Ladeinfrastruktur auf den Weg. Denn uns war klar, für unser langstreckentaugliches Modell braucht es ein verlässliches Ladenetzwerk, damit unsere Kunden das Auto als Erstwagen einsetzen können. IONITY ist da ein wichtiger Schritt für Kunden und Hersteller.

Was ist das Besondere an IONITY?

Mertens: Hinter IONITY steckt mehr als nur das Aufstellen einer Schnellladesäule – denn in diesem Gemeinschaftsunternehmen kooperieren mehrere Wettbewerber, um die Elektromobilität zum Erfolg zu führen. Bis dato hat ein kurzer Stopp an Autobahn zum Vollladen der Batterie nicht ausgereicht, denn ein Netzwerk mit hoher Ladeleistung existierte nicht. Deshalb mussten wir handeln. Gemeinsam mit BMW, Daimler und Ford hat der Volkswagen Konzern mit Audi und Porsche im November 2017 das Joint Venture IONITY gegründet. Es ist das erste paneuropäische High-Power-Charging-Netzwerk.

Audi Ringe an Kühlergrill vor Ladesäule Strom

Jede Schnellladestation von IONITY besitzt künftig sechs Ladesäulen und verwendet den offenen europäischen Ladestandard „Combined Charging System“ (CCS).

Wie geht IONITY konkret vor?

Mertens: IONITY sucht sich in den europäischen Ländern Partner mit attraktiven Standorten an Hauptverkehrsachsen und Autobahnen – typische Orte, an denen Autofahrer auf langen Strecken einen Stopp einlegen. Dabei arbeiten sie mit Kooperationspartnern wie Tank & Rast, SHELL, OMV, MRH oder Circle K. zusammen. Die Ziele sind klar gesteckt: Bis 2020 sollen 400 Schnellladesäulen errichtet und betrieben werden. Diese werden öffentlich zugänglich sein und etwa 120 Kilometer voneinander entfernt liegen. Die erste IONITY Schnellladestation in Deutschland ist bereits in Betrieb, sie steht an der A61 zwischen Köln und Koblenz.

Das Design der Ladestationen verkörpert Innovation und Performance. Überzeugen die Ladestationen auch mit ihrer Technologie?

Mertens: Das steht außer Frage. Das High-Power-Charging-Netzwerk wird technologisch zukunftssicher aufgebaut. Jede Schnellladestation besitzt sechs Ladesäulen. IONITY verwendet den offenen europäischen Ladestandard „Combined Charging System“ (CCS). Der erste vollelektrische Audi wird dort mit 150 kW laden können. Wir sind der erste Hersteller, der eine solche Ladeleistung in die Großserie bringt. Damit ist das Auto in knapp 30 Minuten wieder fit für die nächste Langstrecken-Etappe. Und das ist nicht alles: Die Ladestationen sind so zukunftssicher ausgebaut, dass dort in Zukunft auch Laden mit bis zu 350 kW technisch möglich sein wird.

Sticker 150 kW
Wie können Audi-Kunden von IONITY profitieren? Durch einen neuen Audi-eigenen Ladedienst, den e-tron Charging Service. Zum Marktstart erhalten e-tron-Kunden Zugang zu etwa 80 Prozent aller öffentlichen Ladestationen in Europa.

Ein Gedankenspiel: Auf dem Weg von Berlin nach Wien muss ich an einer Raststätte die Batterie meines Elektroautos an einer IONITY Ladesäule aufladen. Wie gehe ich vor?

Mertens: Das ist ganz einfach. Beim Autokauf erhält der Audi-Kunde die Karte unseres e-tron Charging Service. Damit wird der Ladevorgang dann ganz einfach an der Säule gestartet – die Bezahlung erfolgt automatisch über das im myAudi Portal hinterlegte Konto. Das ist der erste Schritt. In Zukunft muss der Kunde dank Plug & Charge nur noch das Ladekabel mit dem Auto verbinden. Eine Karte braucht es dann nicht mehr, denn das Auto authentifiziert sich automatisch mit der Ladesäule – super komfortabel und unkompliziert.

Und woher bezieht IONITY den Strom?

Mertens: Das Gemeinschaftsunternehmen hat sich das Ziel gesteckt, so viel regenerativ erzeugte Energie wie möglich zu verwenden. Um den größten Teil der Schnellladesäulen in Europa mit Ökostrom betreiben zu können, arbeitet IONITY gezielt mit lokalen Energieversorgern zusammen.

IONITY verleiht Elektroautos in Europa Power. Wie unterstützt Audi Elektrofahrer außerhalb Europas?

IONITY Ladesäule symbolisch vor Europakarte
IONITY ist das erste paneuropäische High-Power-Charging-Netzwerk.

Mertens: Die Ladeanforderungen der Kunden variieren von Land zu Land. In den USA und Kanada unterscheiden sie sich kaum von jenen in Europa. Die Kunden dort möchten auch mit ihrem „battery electric vehicle“ (kurz „BEV“) Langstrecken zurücklegen. Hier bauen wir gemeinsam im VW-Konzern mit „Electrify America“ eine performante Ladeinfrastruktur auf. In China hingegen ist die Situation eine andere. Dort möchte kaum ein Kunde von Peking bis nach Shanghai mit dem Auto fahren. Zwar haben wir in chinesischen Metropolen auch weite Entfernungen, die Anforderungen an die Ladeinfrastruktur sind aber andere.

Abseits von IONITY: Welche Ziele hat sich Audi als nächstes in puncto Elektromobilität und Infrastruktur gesteckt?

Mertens: Über einen neuen Audi-eigenen Ladedienst, den e-tron Charging Service, wird Audi den e-tron-Kunden zum Marktstart Zugang zu etwa 80 Prozent aller öffentlichen Ladestationen in Europa eröffnen. Ob AC- oder DC-Laden, ob 11 oder 150 kW. Insgesamt sind es zum Marktstart rund 65.000 Ladepunkte. Das ist unser Plan in Sachen Infrastruktur. Wir müssen aber auch an unserem Mindset arbeiten, denn wir befinden uns in einem Transformationsprozess. Jetzt gilt es, sich über das Fahrzeug hinaus Gedanken zu machen. Daran führt im Zeitalter der Elektromobilität kein Weg vorbei. Das Auto ist zwar weiterhin ein elementarer Baustein im System – es kommen aber weitere hinzu. Ein Beispiel ist die Vernetzung des Fahrzeugs mit dem Haus und den Energienetzen – auch da müssen wir über das Fahrzeug hinausdenken, um für unsere Kunden Mehrwerte zu schaffen.

Herr Mertens, vielen Dank für das elektrisierende Gespräch.

IONITY – Paneuropäisches High-Power-Charging-Netzwerk ermöglicht Elektromobilität auf Langstrecken
Aus dem Audi MediaCenter

IONITY – Paneuropäisches High-Power-Charging-Netzwerk ermöglicht Elektromobilität auf Langstrecken

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Audi A3 Sportback e-tron: Kraftstoffverbrauch nach ECE-Norm in l/100 km: 1,8 – 1,6; Stromverbrauch kombiniert in kWh/100 km: 12,0 – 11,4; CO2-Emission kombiniert in g/km: 40 – 36. Angaben zu den Kraftstoffverbräuchen und CO2-Emissionen bei Spannbreiten in Abhängigkeit vom verwendeten Reifen-/Rädersatz. // www.audi.de/DAT-Hinweis

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