Audi Concept Car Aicon. Autonom fahrendes Auto in der Rückansicht.

Besser als der Mensch?

Werte der auf dieser Seite beworbenen Fahrzeuge:

Audi A8: Kraftstoffverbrauch kombiniert in l/100 km: 7,8 – 5,6; CO2-Emission kombiniert in g/km: 178 – 145.

Angaben zu den Kraftstoffverbräuchen und CO2-Emissionen bei Spannbreiten in Abhängigkeit vom verwendeten Reifen-/Rädersatz. // www.audi.de/DAT-Hinweis

Wie künstliche Intelligenz das autonome Fahren voranbringt

Künstliche Intelligenz und autonomes Fahren: Audi Blog-Autor Andreas Wittke erklärt, welchen Ansatz Audi hierbei verfolgt und zeigt auf wie Sepp Hochreiter, Leiter des Instituts für Bioinformatik der Johannes-Kepler-Universität Linz, und Roland Pfänder, Leiter Softwareentwicklung, Audi Electronics Venture GmbH diesen bewerten.

Dr. Sepp Hochreiter, Leiter des Instituts für Bioinformatik, der Johannes-Kepler-Universität Linz (links) und Roland Pfänder, Leiter Softwareentwicklung, Audi Electronics Venture GmbH.
Experten unter sich: Sepp Hochreiter, Leiter des Instituts für Bioinformatik der Johannes-Kepler-Universität Linz (rechts) und Roland Pfänder, Leiter Softwareentwicklung, Audi Electronics Venture GmbH (links) sprechen über Künstliche Intelligenz und selbstfahrende Autos.

Chatbots, Textroboter oder Liefer-Drohnen – KI ist in vielen Bereichen bereits Teil unseres Alltags. Auch beim automatisierten und autonomen Fahren ist sie ein zentraler Faktor, zum Beispiel weil sie dem Auto hilft, sein Umfeld zu erkennen. Im neuen Audi A8 wird etwa bei der Bildverarbeitung erstmals das sogenannte „Deep Learning“ eingesetzt, eine Methode der künstlichen Intelligenz, die dem Lernprozess im menschlichen Gehirn nachempfunden ist. Dabei wird die Software während der Programmierphase trainiert relevante Merkmale von Objekten wie beispielsweise andere Fahrzeuge zu erkennen. Einer der Vorreiter des Deep Learning ist Sepp Hochreiter, Professor an der Johannes-Kepler-Universität (JKU) Linz. Bereits 1991 hat der Bioinformatiker zusammen mit Jürgen Schmidhuber die sogenannten Long Short-Term Memory (LSTM) entwickelt, eine Methode des Deep Learning.

Die LSTM-Netze haben die Grundlage für die Spracherkennung gelegt, die heute in allen Android-Smartphones verbaut ist. Nun hat Hochreiter mit Audi das „Audi.JKU deep learning center“ gegründet und treibt das automatisierte und autonome Fahren voran. Für ihn ist jetzt die große Zeit der KI gekommen: „Die Datentöpfe wachsen durch die rasend voranschreitende Digitalisierung stetig und die Rechenfähigkeit der Computer hält der Geschwindigkeit Schritt. Die KI-Systeme lernen ständig hinzu und können viele Sachen besser als es der Mensch jemals konnte.“

Audi Blog-Autor Andreas Wittke mit Dr. Sepp Hochreiter und Roland Pfänder.

Audi Blog-Autor Andreas Wittke (Mitte) lässt sich von Sepp Hochreiter (links) und Roland Pfänder (rechts) ihre Visionen für die Zukunft der Automobilbranche erläutern.

Künstliche Intelligenz bei Audi: Deep Learning und Intelligence from Data

Um das Besondere am autonomen Fahren bei Audi zu erklären, geht Hochreiter näher auf die neue KI-Technik ein: „Bisher lautete die Devise, sich die einzelnen Bilder anzusehen. Doch KI muss alle Bilder in ihrem Zusammenhang analysieren.“ Ein Beispiel: Ein Radfahrer gibt Handzeichen, nimmt aber die Hand wieder runter, um erst in ein paar Metern abzubiegen. Mit nur einem Bild wäre diese Situation schwer zu lösen, da das Auto wahrscheinlich bremsen würde, obwohl es noch gar keine Abzweigung für den Radfahrer gibt.

KI muss daher lernen, vorausschauend zu fahren und erhobene Daten im Kontext zu interpretieren – in diesem Fall mit weiteren Bildern, zum Beispiel vom Straßenverlauf. Sie muss lernen, zu selektieren – wie das menschliche Gehirn. Nur mit Deep Learning und der kontinuierlichen Erhebung und Auswertung von Daten entwickelt sich die KI weiter.

Schritt für Schritt Vertrauen in selbstfahrende Autos aufbauen

Neben den technischen Anforderungen ist die größte Herausforderung beim automatisierten und autonomen Fahren die Akzeptanz beim Kunden. Für KI-Pionier Hochreiter ist die Zurückhaltung mancher in diesem Bereich unerklärlich: „Wir trauen einem wildfremden Taxifahrer mehr als KI, die jede Situation besser und schneller erkennen und darauf reagieren kann.“

Laut Roland Pfänder, Leiter Software bei der Audi Electronics Venture GmbH, muss Audi „Schritt für Schritt Vertrauen beim Kunden aufbauen“. Nur so können die Menschen autonomes Fahren als neue Form der Mobilität erfahren und zusätzlicher Freiheitsgewinn Realität werden.

Audi Concept Car Aicon. Autonom fahrendes Auto in der Seitenansicht.
Das Concept Car Aicon zeigt die Vision eines komplett autonom fahrenden Autos auf – ohne Lenkrad und Pedale.

„Unser Ziel ist es, den Automatisierungsgrad im Auto so anzuheben, dass unsere Kunden eine deutliche Entlastung und den höchstmöglichen Komfort erleben“, so Pfänder.

Pfänder sieht zudem eine hohe Verantwortung gegenüber der Gesellschaft und den Kunden. „Wir beklagen in Deutschland derzeit 3.300 Verkehrstote im Jahr. Weltweit sind es sogar 3.500 Verkehrstote pro Tag. Autonomes Fahren stellt eine gigantische Chance dar, das Fahren sicherer zu machen.“ Hochreiter ergänzt: „Unfälle werden nie komplett zu vermeiden sein, aber mit KI sehr, sehr unwahrscheinlich, denn die Sensoren werden besser und schneller reagieren als der Mensch.“

Um Vertrauen in die Technologie zu schaffen, beschäftigt sich Audi auch mit den ethischen, rechtlichen und gesellschaftlichen Fragen zum automatisierten und autonomen Fahren. Dazu hat Audi die beyond Initiative gegründet. In dem interdisziplinären Netzwerk tauschen sich Audi Fachleute mit Experten aus verschiedensten Disziplinen aus. Neben Sepp Hochreiter waren bei vergangenen Veranstaltungen etwa Iyad Rahwan vom MIT Media Lab und Luciano Floridi von der Universität Oxford dabei. Bei der Initiative treffen Software-Ingenieure auf Philosophen und Rechtsexperten auf Psychologen. Hochreiter sieht einen der Schlüsselfaktoren für die gesellschaftliche Akzeptanz darin, die Menschen an die neue Technik zu gewöhnen: „Die Leute müssen sehen und spüren, dass es funktioniert.“

"KI wird unser Leben komplett umkrempeln."

Sepp Hochreiter, Professor für Bioinformatik

Die Zukunft ist nah: Keine Staus durch vernetztes Fahren

Auf dem Weg dorthin, hat Audi die ersten Meilensteine genommen: Der neue Audi A8 ist das erste Serienautomobil, das für hochautomatisiertes Fahren (sogenanntes Level 3) in spezifischen Situationen entwickelt ist. Das bedeutet, dass der A8 im Stau auf Autobahnen Steuer und Pedale übernehmen kann. Damit das automatisierte und autonome Fahren auch tatsächlich auf die Straßen kommt, müssen die gesetzlichen Rahmenbedingungen angepasst oder neu geschaffen werden. Pfänder beobachtet hier eine positive Entwicklung: „Gesetzgeber befassen sich weltweit damit, Regelungen für automatisierte Systeme zu schaffen.“

Wie sieht die weitere Zukunft aus? Hochreiters Vision ist klar: „Die Autos werden miteinander kommunizieren. Wo sie gerade sind, was das Ziel ist und mit welcher Geschwindigkeit sie unterwegs sind. Wenn so etwas möglich ist, wird es nie wieder Stau geben.“ Auch Pfänder sieht hier enormes Potenzial: „Wir sind überzeugt, dass wir mit dem Einsatz von künstlicher Intelligenz den Straßenverkehr nachhaltig sicherer machen.“

Dieser Artikel entstand im Rahmen der Audi-internen Vortragsreihe „Perspektive Verantwortung“. Die Vortragsreihe bietet den Mitarbeitern die Möglichkeit, sich mit Vertretern von NGOs, mit Wissenschaftlern und Politikern zum Thema Nachhaltigkeit auszutauschen. Das Prinzip des offenen Dialogs ist in der Strategie und Organisation der AUDI AG tief verankert.

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Audi und die Johannes-Kepler-Universität Linz (JKU) forschen künftig gemeinsam am intelligenten Auto der Zukunft. Dazu heben die Hochschule und die Marke mit den Vier Ringen jetzt in Linz das „Audi.JKU deep learning center“ aus der Taufe. Durch die Kooperation mit dem Lehrstuhl für Bioinformatik von Prof. Sepp Hochreiter will Audi den Einsatz Künstlicher Intelligenz im Automobil vorantreiben.

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JIMMY BUGDAY

26. October 2017 um 1:50
Ich möchte gerne für aidi ai forschen