Audi A8

Der nackte Passagier

Zwei Thesen über die Mobilität der Zukunft

Beim MQ! Innovation Summit von Audi haben sich die Vordenker unserer Zeit mit der Zukunft unserer Mobilität beschäftigt. Das Ergebnis: fünf zentrale Thesen über die Mobilität der Zukunft – zwei davon stellen unsere Autoren in diesem Artikel vor und verraten, was hinter dem „nackten Passagier“ steckt.

Der Audi A8 auf der Straße
Auf dem Weg zur Mobilität der Zukunft: Der Audi A8 ist das erste Auto weltweit, das für hochautomatisiertes Fahren auf Level 3 entwickelt wurde. Wenn Fahrer und das Gesetzbuch es erlauben, übernimmt der AI Staupilot die Kontrolle über das Fahren.

Wer sich mit Mobilität beschäftigt, setzt sich nicht nur mit den Fragen auseinander: Fahrrad oder Auto? Verbrenner oder Elektroantrieb? Shared oder Owned Mobility? Wie unsere Mobilität in Zukunft aussieht, hat damit zu tun, wie wir in Zukunft leben. Carlo Ratti, Mo Gawdat und Fatima Bhutto haben drei Thesen aufgestellt, die wir in einem separaten Blogbeitrag vorgestellt haben.

Erstens: Flexibilität ist die neue Intelligenz, denn die schnelle Adaption von Neuem ist zu einer Kernkompetenz avanciert. Zweitens: Die größte Nation auf Erden ist das Internet, denn es verbindet einen Großteil der 7,5 Milliarden Menschen über Grenzen und Religionen verbindet. Drittens: Wenn unsere Städte ein wenig effizienter werden, hat das bedeutende globale Auswirkungen. In diesem Beitrag stellen wir nun die Thesen von Sacha Vrazic und Dirk Ahlborn vor.

#4: Wir überschätzen autonomes Fahren kurzfristig und unterschätzen es langfristig

„Kinder, die heute zur Welt kommen, werden nicht mehr selbst Auto fahren“, sagt Sacha Vrazic, Direktor des Bereichs Autonomes Fahren beim Zulieferer Rimac Automobili. Diese Technologie ist die Zukunft unserer Mobilität, sie wird unser Leben massiv verändern.

Der Weg dahin ist allerdings gesäumt von offenen Fragen und Hindernissen, die es zu überwinden gilt. Das geht bei der Integration in den heutigen Straßenverkehr los: Wer passt sich wem an? Die Stadt dem Auto oder das Auto der Stadt? Zu klären ist auch die Frage, wie autonome Fahrzeuge mit vermeintlich „normalen“ Autos interagieren. Werden manche Fahrzeuge Vorrang haben? Eine Möglichkeit.

Gleichzeitig ist die Adaption der Technologie an unterschiedliche Märkte eine kaum zu überschätzende Herausforderung. Denn nicht überall auf der Welt fließt und steht der Verkehr so geordnet wie in Mitteleuropa. Schon Level-3-Funktionen wie den Audi AI Staupiloten im neuen Audi A8 auch für den Verkehr in Peking oder Neu-Delhi fit zu machen, bedeutet einen enormen Aufwand. Und selbst Apple-Guru Steve Wozniak fragt, was man eigentlich von Level 3 und Level 4 hat, wenn man bereit sein muss, das Steuer als Fahrer wieder zu übernehmen.

Augmented Reality hilft in heiklen Situationen

Da zeigen sich schnell auch die technischen Herausforderungen. Denn eine Übernahme-Aufforderung kommt in aller Regel in einer komplexen und nicht in einer einfachen Fahrsituation. Wie verhindert man also, dass aus der Schrecksekunde eine Schreckminute wird? Augmented Reality in den Fenstern konnte die Lösung sein. Der Fahrer bekäme direkt angezeigt, woher die Gefahr kommt und was zu tun ist.

Was der Vision vom vollständig autonom fahrenden Auto noch am meisten fehlt, sind konkrete Daten – angefangen vom Kartenmaterial bis hin zum Verhalten der Verkehrsteilnehmer in spezifischen Situationen. Abhilfe bei der technischen Entwicklung schaffen könnten Virtual Reality und Machine Learning: Mit ihrer Hilfe ließen sich unendlich viele Fahrsituationen simulieren, an denen das Auto lernen könnte.

Head-up-Display in einem Audi
Ein Helfer für heikle Situationen: Head-up-Displays, die fahrrelevante Informationen auf dem Fenster anzeigen, könnten dem Fahrer helfen Gefahrsituationen früh zu erkennen und zu vermeiden.

Ein wichtiges Ziel des autonomen Fahrens ist auch die deutliche Senkung der Verkehrstoten. Experten sprechen von bis zu einer Million weniger Opfer jährlich und weltweit.

Perfekt für die Stadt

Ähnlich positive Veränderungen sind bei den Themen Effizienz und Nachhaltigkeit zu erwarten. Shared Mobility etwa bedeutet, Fahrzeuge zu teilen. Und autonom fahrende Autos könnten der richtige Anreiz dafür sein: Sie sind vor allem in den Städten intelligenten Verkehrslösungen wie auf den Leib geschneidert. Ein möglicher Nebeneffekt: weniger Regulierung. Denn wenn der Verkehr von selbst viel besser fließt, braucht es weniger Eingriffe durch Ampeln und Schilder.

Was hat also jeder Einzelne vom autonomen Fahren? Mehr Zeit, weniger Stress, mehr Sicherheit. Langfristig sollte man das autonome Fahren also nicht unterschätzen. Es wird unser ganzes Leben verändern.

Sacha Vrazic

Er leitet die Entwicklung des autonomen Fahrens beim kroatischen Zulieferer Rimac Automobili. Er ist Autor zahlreicher Publikationen und gilt als Experte für Machine Learning und künstliche Intelligenz. Als solcher arbeitet er unermüdlich am gesellschaftlichen Wandel mit.

alt-text

#5: Der „nackte Passagier“ ist die Zukunft unserer Mobilität

Ein reibungsloser Übergang von einem Transportsystem zum nächsten – ohne Geldbeutel, ohne Handy, ohne Ticket: Diese Vision des Seamless Transport bezeichnet Dirk Ahlborn, CEO von Hyperloop Transportation Technologies, als „nackten Passagier“.

Es geht ihm dabei nicht darum, mithilfe von Daten möglichst durchsichtig zu sein, sondern den Übergang von einem Transportsystem zum nächsten reibungslos zu organisieren. Schließlich nimmt der Transportmittelwechsel heute teilweise mehr Zeit in Anspruch als der eigentliche Fahrweg.

Effizientere Mobilitätskonzepte

Was es also brauchte, sind effizientere Mobilitätskonzepte für die Gesellschaft. Als Lösung schlägt Ahlborn etwa den Hyperloop vor, eine Magnetschwebebahn, die mithilfe von Unterdruck durch Rohren bewegt wird, und so die ländlichen Gebiete blitzschnell mit der Stadt verbindet.

Im Individualverkehr könnten autonom fahrende Automobile eine Lösung sein, die alleine einparken oder schon bereitstehen, wenn man das Haus verlasst – wie etwa das Konzeptfahrzeug Audi Aicon.

Concept Car Audi Aicon Seitenansicht

Der "nackte Passagier" ist für Dirk Ahlborn, CEO von Hyperloop Transportation Technologies, die Zukunft der Mobilität. Es soll künftig möglich sein, den Wechsel zwischen Transportsystemen nahtlos durchzuführen. Um das zu ermöglichen, benötigt es autonom fahrende Automobile, wie den Audi Aicon, der selbständig parkt und zum Haus vorfährt.

Neue Monetarisierungsstrategien

Der Verzicht auf das Ticket ist dabei ein wichtiger Aspekt, denn Tickets haben einen negativen Effekt auf die Mobilität der Menschen. Zudem sind viele öffentliche Verkehrsmittel, die sich über Fahrscheine finanzieren, nicht profitabel. Zu effizienteren Mobilitätskonzepten gehören also auch neue Monetarisierungsstrategien.

Was wäre zum Beispiel, wenn sich das Fahrerlebnis des Passagiers vermarkten ließe? Auch datenbasierte Services sind vorstellbar – wie etwa eine Dating-App, die weiß, neben wem man gerade sitzt. Denn wenn man weiß, wer wann wo ist, können ganz neue Geschäftsmodelle entwickelt und Industrien aufgebaut werden.

Eine Studie von Strategy Analytics im Auftrag von Intel beziffert das weltweite Marktpotenzial dieser Passenger Economy auf sieben Billionen US-Dollar jährlich. Allerdings gibt es bei dem Geschäft mit den Daten noch ein Problem: Sie haben keinen messbaren Gegenwert, wodurch die Zahlungsbereitschaft der Kunden stark variiert.

Dirk Ahlborn

„Mobilität funktioniert dann, wenn man sie nicht spürt", sagt Dirk Ahlborn. Er ist CEO bei Hyperloop Transportation Technologies.Er ist bekannt für seinen Outside-theBox-Ansatz, um Unternehmen mit Paradigmenwechseln zum Leben zu erwecken. Dabei setzt er auf die volle Kraft der CrowdCollaboration, des Internets und exponentiell wachsender Technologien.

alt-text

Ist Mobilität messbar?

Gewiss lassen sich Entfernungen, Fahrzeiten, gesellschaftliche Faktoren oder Einflüsse auf die Umwelt mit Zahlen belegen. Wenn wir Mobilität aber in ihrer Gesamtheit verstehen und daraus Schlüsse für unsere Zukunft ziehen wollen, reicht das nicht aus. Das Verständnis von Mobilität muss grundlegend überdacht werden. Denn Mobilität ist nicht nur etwas, das man schaffen kann, sondern auch etwas, das von selbst entsteht. Jeden Tag und an jedem Ort auf der Welt.

„Audi MQ!“: Impulse für die Mobilität von morgen
Aus dem Audi MediaCenter

„Audi MQ!“: Impulse für die Mobilität von morgen

Kreative Diskussionen zur Zukunft der Mobilität: Beim ersten „Mobility Quotient!“-Summit von Audi machten sich Pioniere, Visionäre und Fachexperten Gedanken zu Dimensionen der Fortbewegung. Seinen Weg vom Start-Up zum IT-Giganten schilderte Apple-Mitbegründer Steve Wozniak. Wikipedia-Chef Jimmy Wales gab Einblicke in das Erfolgsgeheimnis seiner Online-Enzyklopädie. In interaktiven Workspaces erarbeiteten die Teilnehmer aus aller Welt im Dialog mit Audi-Mitarbeitern neue Ansätze zu den wichtigsten Mobilitätsfragen.

Weiterlesen

Artikel kommentieren

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Werte der auf dieser Seite beworbenen Fahrzeuge:

Audi A8: Kraftstoffverbrauch kombiniert in l/100 km: 8,0 – 5,6; CO2-Emission kombiniert in g/km: 182 – 145. Angaben zu den Kraftstoffverbräuchen und CO2-Emissionen bei Spannbreiten in Abhängigkeit vom verwendeten Reifen-/Rädersatz. // www.audi.de/DAT-Hinweis

1.9.0